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Sa, 17.04.10Letzter Festivaltag
Full house gestern Abend für Jason Mraz und: Traurig aber wahr, der Singer-Songwriter aus Kalifornien beendete das Zermatter Unplugged, im grössten Rundzelt der Schweiz, Durchmesser 48 m, mit Platz für 1500 Zuschauer.
Was diese gestern akustisch vorgesetzt bekamen, war Weltklasse. Jasons Nachname Mraz heisst auf Russisch Frost, passend sein Outfit mit hellblauer Mütze, barfuss, da ihm der Groove stets bis in die Zehenspitzen geht, und mit Stimmbändern gesegnet, die spielend leicht Oktaven überspringen, brachte der 32-Jährige die Herzen im Nu zum Schmelzen. Seine Botschaften – Liebe, was denn sonst, und Umweltbewusstsein, ganz im kalifornischen Zeitgeist – präsentierte er in tiefgründigen, von Wortspielen durchsetzten Songtexten, die er in halsbrecherischer Geschwindigkeit rockig, popig, funkig in die Nacht hinausschleuderte. Unterstützt wurde der Vegane, Umweltaktivist und Besitzer einer Avocadofarm (Bio. Die Avocados isst er alle selbst auf.) – von der feurigen, äusserst präzise drummenden Mona Tavakoli aus Peru. Eine Augenweide, wie die lediglich im engen Body und blickdicken Strümpfen bekleidete Percussionistin den Cajon traktierte – eine mit Holzplatten statt mit Fell oder Folie belegte Trommel aus ihrer Heimat.
Eine andere Lady durfte ein paar Minuten lang ebenfalls ins Rampenlicht treten: Maria Zurbriggen, die 16-jährige Tochter von Skilegende Pirmin Zurbriggen und Moni Julen aus Zermatt begleitete den zweifachen Grammy-Gewinner mit sicherer Stimme einen Song lang und bestand ihren Einstand auf einer richtig grossen Bühne mit Bravour. "Entdeckt" wurde sie von Frida und Mick Hucknall, Sänger von Simply Red, auf der Hochzeit von Heinz Julen und Evelyne Aufdenblatten. Und ja, Jason setzte schliesslich auch zu seinem Megahit „I’m yours“ an – ein eindringlich klarer, meisterhaft einfacher Song, mit dem der Musiker 2008 den Durchbruch in Europa schaffte und auch in Zermatt nicht enden wollenden tosenden Applaus erntete.
Nach geschlagenen 30 Minuten Zugabe entliess Jason Mraz seine glücklichen Zuhörer in die Nacht, die für viele noch lang wurde: Im Snowboat etwa spielten formidabel und solide Migu und seine Mannen aus dem St. Gallischen und im Alex der Berner Troubadour Trummer. Es gibt sie tatsächlich noch, die wenigen jungen Schweizer, die wie Trummer erfolgreich die Mundart-Tradition musikalischer Vorbilder wie Mani Matter, Züri West oder Polo Hofer fortsetzen – und vermeintlich uncool die wahren Coolen sind. Die jungen Wilden haben exakt ein Jahr Zeit, an ihrer Kunst weiterzufeilen: Am 12. April 2011 startet das vierte Zermatt Unplugged, das neben Megastars wiederum auch Newcomern eine Bühne bieten wird.
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